ABGESAGT: Gesprächsstunde Kunst in der Ausstellung 'ZuZug aus Osteuropa'

Mittwoch, 24. Februar 2021, 13:30 - 18:00
Kunsthaus Zug, Dorfstrasse 27, 6300 Zug
Kunst Diverses

Aufgrund der Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus muss der Termin am 24.02.21 leider abgesagt werden.

Gibt es Fragen zur Kunst? Wie kann man ein Kunstwerrk betrachten? Warum hängt oder steht es gerade hier? In der Gesprächsstunde Kunst beantwortet die Kunstvermittlerin Sandra Winiger individuelle Fragen zur Ausstellung. Dabei geht sie auf spezifische Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigung ein. Zudem haben BesucherInnen die Möglichkeit, einmal näher an die Kunstwerke zu treten, sie unter die Lupe zu nehmen oder sie anhand einer Werkbeschreibung zu erfahren.

Das Angebot soll allen Menschen einen hindernisfreien Zugang zu Kunst ermöglichen und richtet sich an alle Besuchenden mit und ohne Behinderung. Es gilt den ganzen Nachmittag ohne Voranmeldung.

Unbekannt, fremd, anders. Als in der Zeit des Kalten Krieges der eiserne Vorhang fiel, rückte «Osteuropa» in weite Ferne. Dieser – geografisch, politisch und kulturell unkorrekte – Begriff fasst die damalige Zweiteilung der Welt in «den Osten» und «den Westen» in einem Wort zusammen. Obwohl Länder wie Tschechien, Polen, Ungarn und Russland geographisch nahe liegen, erscheinen sie oft noch heute fern.

Die neue Sammlungsausstellung 'ZuZug aus Osteuropa' richtet ihren Blick auf dieses Unbekannte und zeigt zum ersten Mal grössere Werkgruppen mittel- und osteuropäischer Kunstschaffenden mehrerer Generationen. Während die letzte Ausstellung 'BeZug' die Sicht auf Zug thematisierte, dreht 'ZuZug' den Spiess um und blickt von «Innen» nach «Aussen». Dabei schliesst der Blick auf das Fremde das Eigene stets mit ein: Wie man etwas erlebt und betrachtet, geschieht immer vor dem Hintergrund der eigenen Lebenswelt.

Geradezu beispielhaft für den Perspektivenwechsel stehen etwa die Werke von Guido Baselgia und Jan Jedlička: Der ehemalige Wahlzuger Baselgia richtete seine Kamera auf den russischen Künstler Pavel Pepperstein und dessen Freunde im Kunsthaus Zug. Gegenüber die Porträts Jan Jedličkas von westlichen Kunstschaffenden im Kunst Museum Winterthur wie Gerhard Richter, Sol LeWitt und Roni Horn. Ein Kontrast von «West» und «Ost». Und während die tschechischen Künstler Pravoslav Sovak, Jan Jedlička und Tomas Kratky in die Schweiz kamen aus Anlass der niedergeschlagenen Reformbewegung des Prager Frühlings 1968, ging der Appenzeller Künstler Roman Signer den umgekehrten Weg. Er studierte in Warschau Kunst und heiratete die Künstlerin Aleksandra Rogowiec.

Die Ausstellung 'ZuZug' zieht nicht nur eine Linie von «West» nach «Ost», sondern verbindet auch verschiedene Generationen und Sichtweisen: Etwa das zeichnerische Schaffen Josef Hoffmanns, der in Böhmen aufwuchs und ein wichtiger Architekt und Designer der Wiener Moderne ist. Aus Ungarn Péter Nádas mit Fotografien eines Birnbaums und des Himmels, welche die Zeit und Veränderung thematisieren. Das Künstlergespräch zwischen Ilya Kabakov, Boris Groys und Pavel Pepperstein aus der ehemaligen Sowjetunion. Und Werke von Annelies Štrba, deren Grossvater aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Baar und Zug kam.

Nicht zuletzt bezieht sich 'ZuZug aus Osteuropa' auch auf gegenwärtige Proteste, Aufstände und revolutionäre Geschehnisse in Polen, Russland, Ungarn, Weissrussland und der Ukraine. Freiheit und Toleranz, Weggang und Flucht bleiben als Themen schmerzlich aktuell.

Preis
Erwachsene: CHF 15.00 / 12.00 (Gesprächsstunde ist im Eintrittspreis inbegriffen.)
Organisator
Kunsthaus Zug

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